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Werthenstein
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Werthenstein ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Entlebuch des Kantons Luzern in der Schweiz.

Contents

‱ Geographie
‱ Sprachen
‱ Geschichte
‱ Politik
‱ Gemeinderat
‱ Verkehr
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geographie

Die Gemeindegrenze verlĂ€uft grösstenteils entlang von GewĂ€ssern. Im Westen, Norden und Osten ist dies die Kleine Emme, im Osten der RĂŒmlig. Die SĂŒdgrenze der Gemeinde verlĂ€uft zuerst dem Unterlauf des Sagilibachs entlang in östlicher Richtung, dreht dann fĂŒr eine kurze Strecke nach Norden, um anschliessend bis zum Gehöft HerbrĂ€cht sĂŒdostwĂ€rts zu verlaufen. Nach kurzer Ostrichtung geht sie weiter bis zum Rohrmösli, dessen EntwĂ€sserungsbach in den RĂŒmlig mĂŒndet.

Die Uferpartien der zahlreichen BĂ€che sind stark bewaldet. Im SĂŒdwesten der Gemeinde liegt der Schwanderholzwald, gleich östlich davon der Staldigwald. Zwischen dem Fischebach und dem RĂŒmlig befindet sich der LĂ€ngeggerwald. SĂŒdwestlich von Werthenstein-Oberdorf liegt das bewaldete Sulzigtobel, durch das der Sulzigbach fliesst. Dieser mĂŒndet westlich des Dorfs von rechts in die Kleine Emme.

Zwischen dem Fischebach, der von links in den RĂŒmlig einmĂŒndet, und dem Ortsteil Schachen liegen der Langnauerwald und der Rotefluewald.

Im Gegensatz dazu ist die Gegend im Viereck Rossei-Oberstaldig – Werthenstein-Oberdorf – Wolhusen Markt mit Ausnahme des bereits erwĂ€hnten Sulzigtobels vollstĂ€ndig gerodet. Ebenso das Gebiet westlich des RĂŒmlig.

Trotz seines Namens gehört das nördlich der Kleinen Emme gelegene Werthenstein-Unterdorf zur Gemeinde Ruswil.

Zur Gemeinde gehören das sĂŒdlich der Kleinen Emme liegende Werthenstein-Oberdorf rund um das ehemalige Kloster sowie die Ortsteile Schachen (531 m ĂŒ. M.; 3,6 km sĂŒdöstlich des Dorfs) und Wolhusen-Markt (571 m ĂŒ. M.; 2,5 km westlich). Schachen besteht aus den fĂŒnf zusammen gewachsenen Weilern Schachen, Schachenweid und Unter-, Mittel- und Ober-Langnau auf dem Gemeindegebiet von Werthenstein und Zihl (Gemeinde Malters). Wolhusen-Markt liegt sĂŒdlich einer Schleife der Kleinen Emme und bildet zusammen mit Wolhusen-Wiggern den Ort Wolhusen.

Nebst zahlreichen Einzelgehöften und HĂ€usergruppen gehören verschiedene Weiler zu Werthenstein: Fischenbach (662 m ĂŒ. M.) liegt zwischen dem gleichnamigen Bach und dem RĂŒmlig; Schrenzweid (634 m ĂŒ. M.) sĂŒdlich von Schachen; Chlistei (759 m ĂŒ. M.) sĂŒdlich von Werthenstein-Oberdorf und Schwandenhof (629 m ĂŒ. M.) sĂŒdöstlich von Wolhusen-Dorf (Wolhusen-Wiggern).

Die höchsten Punkte der Gemeinde sind das Gehöft HerbrĂ€cht (953 m ĂŒ. M.; 2,4 km sĂŒdlich des Dorfs) und Staldighöhe (951 m ĂŒ. M.; 2 km sĂŒdlich des Dorfs). Der tiefste Punkt ist die Schachenweid, sĂŒdlich der Kleinen Emme (517 m ĂŒ. M.; 3,5 km sĂŒdöstlich).

Vom Gemeindegebiet von 15,69 kmÂČ werden drei FĂŒnftel (58,4 %) landwirtschaftlich genutzt. Fast ein Drittel (31,1 %) ist bewaldet, und 8,4 % sind SiedlungsflĂ€che (Stand 2015/16).cite-ref-6[6]

Werthenstein grenzt an Entlebuch, Malters, Ruswil, Schwarzenberg und Wolhusen.

Bevölkerung

Im Jahr 1798 dĂŒrfte die Bevölkerung etwa 1100 Personen umfasst haben (Schachen 493, Werthenstein 449, Wolhusen-Markt ca. 150–200 Einwohner). Da Wolhusen-Markt erst 1850 und Schachen erst 1888 in Werthenstein eingegliedert wurden, ist die genaue Bevölkerungszahl nicht zu ermitteln. Dennoch wuchs die Zahl der Bewohner bis 1850 stark an. Zwischen 1870 und 1900 sank sie durch Abwanderung in die Industriegebiete markant (− 16,5 %). Anschliessend wuchs sie 100 Jahre lang in mĂ€ssigem Tempo an (1900–1970: + 37,0 %). In den 1970er-Jahren erfolgte eine zweite Abwanderungswelle (1970–1980: − 8,5 %). Bis 2010 stagnierte die Bevölkerungszahl bei rund 1900 Einwohnern, seither wĂ€chst die Einwohnerzahl wieder (2010–2019: + 12,6 %).

Alle genannten Zahlen schliessen die drei ursprĂŒnglichen Gemeinden mit ein.

Quelle: Bundesamt fĂŒr Statistik; 1850 bis 2000 VolkszĂ€hlungsergebnisse, 2010 ESPOP, seit 2011 STATPOP

Sprachen

Die Bevölkerung benutzt als Umgangssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten VolkszÀhlung im Jahr 2000 gaben 96,41 % Deutsch, 0,69 % Italienisch und 0,63 % Albanisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen

In frĂŒheren Zeiten war die gesamte Einwohnerschaft Mitglied der römisch-katholischen Kirche. 2000 prĂ€sentierte sich die religiöse Zusammensetzung wie folgt: Es gab 84,04 % römisch-katholische, 6,71 % evangelisch-reformierte und 1,22 % orthodoxe Christen. Daneben fand man 3,12 % Konfessionslose und 1,43 % Muslime. Sowohl die Orthodoxen wie die Muslime stammen fast ausschliesslich aus dem frĂŒheren Jugoslawien (Albaner, Serben, Montenegriner und Bosniaken).

Herkunft – NationalitĂ€t

Ende 2022 zĂ€hlte die Gemeinde 2168 Einwohner. Davon waren 1856 Schweizer Staatsangehörige und 312 (= 14,4 %) Menschen anderer Staatsangehörigkeit.cite-ref-7[7] Die grössten Zuwanderergruppen kommen aus Italien (54 Menschen), Deutschland (38), Eritrea und Portugal (je 36) und dem Kosovo (29). 79 Personen stammen aus dem ĂŒbrigen Europa, 40 aus weiteren aussereuropĂ€ischen LĂ€ndern.cite-ref-8[8]

Geschichte

Die heutige Gemeinde Werthenstein ist aus dem Zusammenschluss der frĂŒher selbstĂ€ndigen Gemeinden Werthenstein, Wolhusen-Markt und Schachen entstanden. Ältester Ortsteil ist Wolhusen-Markt. Bereits im 11. Jahrhundert errichteten die Freiherren von Wolhusen in diesem Ortsteil eine kleine Burg und bauten eine BrĂŒcke ĂŒber die Kleine Emme. Das Gebiet teilte vorerst das Geschick von Wolhusen-Wiggern (heute Wolhusen). Nach dem Aussterben der Freiherren erbte die Seitenlinie von Rothenburg den Ort. Sie verĂ€usserten ihn an die Habsburger. Der Lehnsherr Peter von Thorberg, ein ParteigĂ€nger der Habsburger, versucht Wolhusen-Markt zu einem StĂ€dtchen mit Burg auszubauen. Doch die Eidgenossen brennen Ort und Burg ab – und er gerĂ€t unter die Herrschaft der Stadt Luzern. Von 1798 bis 1803 gehörte die Gemeinde zum Distrikt Ruswil – danach bis zu seiner Eingliederung in Werthenstein zum Amt Sursee. Durch Beschluss des Kantons Luzern vom 8. MĂ€rz 1853 wurde der Ort der Gemeinde Werthenstein zugeteilt. Die Eingliederung erfolgte 1855.

1303 wird der Ortsteil Werthenstein als Werdenstein im habsburgisch-österreichischen Urbarbuch erstmals erwĂ€hnt. Doch bestand schon frĂŒher eine kleine Burg Werthenstein, welche von den Freiherren von Wolhusen erbaut wurde. SpĂ€ter erstanden die Habsburger auch dieses Gebiet, welches dann von den Vögten von Rothenburg verwaltet wurde. Nach 1386 geriet der Ort unter die Herrschaft der Stadt Luzern. Die Gemeinde gehörte bis 1798 zur Landvogtei Rothenburg. Wegen der geografischen Lage gab es etliche Streitereien um die Zugehörigkeit. Von 1798 bis 1803 gehörte sie zum Distrikt Ruswil. Von da an bis 1831 gehörte sie zum Amt Entlebuch. Anschliessend gehörte die Gemeinde bis 1889 zum Amt Sursee. Seit dem 1. Januar 1889 gehört die Gemeinde wieder zum Amt Entlebuch.

Der dritte Ortsteil Schachen war im Mittelalter nur schwach besiedelt. Einzelne BauernhĂ€user waren die einzigen Siedlungsspuren. Das Gebiet gehörte zum Entlebuch. 1798 allerdings wurde es dem Distrikt Ruswil zugeschlagen. Aus historischen GrĂŒnden protestierten die Bewohner, so dass der Ort bereits am 27. MĂ€rz 1799 dem Distrikt SchĂŒpfheim zugeteilt wurde. Seit 1803 war er Teil des damals neu geschaffenen Amts Entlebuch. Die Gemeinde wurde per 1. Januar 1889 nach Werthenstein eingegliedert.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat Werthenstein besteht aus fĂŒnf Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt (Stand April 2024):cite-ref-9[9]

‱ Beat Bucheli (Die Mitte): GemeindeprĂ€sident; PrĂ€sidiales, Personelles, Raumplanung und Bauwesen
‱ Fredy Röösli (Die Mitte): Gemeindeammann; Finanzen, Liegenschaftsverwaltung, Verkehr und Wasserversorgung
‱ Sascha Eigenmann (SVP): Sozialvorsteher; Soziales und Bildung
‱ Willy Pörtig (FDP): Ver- und Entsorgung sowie Freizeit, Kultur und Sport
‱ Christa MĂŒller (Die Mitte): Land- und Forstwirtschaft sowie Jagd und Fischerei

Kantonsratswahlen

Bei den Kantonsratswahlen 2023 des Kantons Luzern betrugen die WĂ€hleranteile in Werthenstein: SVP (einschliesslich Junge SVP) 46,61 %, Mitte (einschliesslich Junge Mitte) 34,16 %, FDP 8,34 %, SP 7,34 % und GrĂŒne 3,56 %.cite-ref-10[10]

Nationalratswahlen

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2023 betrugen die WĂ€hleranteile in Werthenstein: SVP 45,1 %, Mitte 31,9 %, FDP 11,2 %, SP 5,6 %, GPS 2,5 %, glp 1,9 %, ĂŒbrige 1,7 %.cite-ref-11[11]

Verkehr

Die Gemeinde liegt an der Bahnlinie Luzern–Bern mit den Haltestellen Schachen (auf Gemeindegebiet), Werthenstein (Werthenstein-Unterdorf, Gemeinde Ruswil) und Wolhusen (Wolhusen-Wiggern, Gemeinde Wolhusen) fĂŒr die jeweiligen Ortsteile. Die Gemeinde liegt an der Strasse von Luzern nach Wolhusen. Der nĂ€chste Autobahnanschluss an der A2 ist Emmen in 18 km Entfernung.

SehenswĂŒrdigkeiten

Siehe auch

:

Liste der KulturgĂŒter in Werthenstein

Werthenstein verfĂŒgt ĂŒber eine wunderschöne und gut aus der Ferne sichtbare Klosteranlage und eine Wallfahrtskirchecite-ref-12[12], welche besonders von St. Jakobspilgern besucht wird. Auf dem Weg zu der Kirche liegt in einer Felsnische eine 1638 erwĂ€hnte Wasserheilsquelle, die „GnadenbrĂŒnneli“ genannt wird.

Persönlichkeiten

‱ Jakob Schmidlin (1699–1747), von der Luzerner Obrigkeit als aufrĂŒhrerischer «Pietist» zum Tode verurteilt und hingerichtet.
‱ Jean Renggli (1846–1898), Maler
‱ August GĂŒrber (1864–1937), Mediziner, Hochschullehrer fĂŒr Physiologe, Leiter des Pharmakologischen Instituts Marburg

Literatur

‱ Heinz Horat: Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Luzern, Neue Ausgabe I: Das Amt Entlebuch. Hrsg. von der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1987 (KunstdenkmĂ€ler der Schweiz Band 80). ISBN 3-7643-1900-3. S. 357–433.

Weblinks

Commons

: Werthenstein

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Offizielle Website der Gemeinde Werthenstein
‱ Gemeindeprofil des kantonalen statistischen Amtes (PDF; 107 kB)
‱ Peter Mulle: Schachen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
‱ Burgenwelt: Innere Burg Wolhusen

Einzelnachweise

cite-note-11. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-22. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-33. Bilanz der stĂ€ndigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
cite-note-44. StÀndige und nichtstÀndige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei spÀteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
cite-note-55. StÀndige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Memento vom 1. Januar 2015 im Internet Archive) (StÀndige Wohnbevölkerung)
cite-note-66. ↑ Bodennutzung nach Nutzungsarten. LUSTAT Statistik Luzern, 19. April 2022, abgerufen am 2. April 2024.
cite-note-77. ↑ Altersstruktur der stĂ€ndigen Wohnbevölkerung. LUSTAT Statistik Luzern, 10. August 2023, abgerufen am 2. April 2024.
cite-note-88. ↑ AuslĂ€ndische Wohnbevölkerung nach NationalitĂ€t. LUSTAT Statistik Luzern, 21. August 2023, abgerufen am 2. April 2024.
cite-note-99. ↑ Gemeinderat. Gemeinde Werthenstein, abgerufen am 2. April 2024.
cite-note-1010. ↑ https://www.lustat.ch/files_ftp/daten/kt/0003/w173_302t_kt0003_gd_d_2023.html Kantonsratswahlen: StĂ€rke der Parteien 2023
cite-note-1111. ↑ Nationalratswahlen. LUSTAT Statistik Luzern, 3. Januar 2024, abgerufen am 2. April 2024.
cite-note-1212. ↑ Heinz Horat: Wallfahrtskirche Werthenstein LU. (Schweizerische KunstfĂŒhrer, Nr. 312). Hrsg. Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 1981, ISBN 978-3-85782-312-1.